Grillen „zwischen Arbeit und Ruhestand“

Beim Basisgruppentermin am Donnerstag, den 7. Juli 2016, wird der Grill angeworfen!

Moderator Herbert G. wird sich voraussichtlich wie in den letzten Jahren als Grillmaster betätigen – eine Funktion, die ihm Freude zu bereiten scheint (bis jetzt hat er sich noch nicht beschwert…).

Wir sammeln bis dahin Geld ein, damit er reichlich Qualitätswürstchen besorgen kann. Die Getränke bringt jeder selbst mit.

Bei gutem Wetter findet die Grillfete aiuf dem Platz vor dem Gemeindehaus der Philippuskirche statt, bei schlechtem Wetter halt „drinnen“.

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IG Metall – Eine Kürzung der Renten fördert die Altersarmut

Ende November überprüft die Bundesregierung, ob die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre angesichts der Arbeitsmarktentwicklung sowie der wirtschaftlichen und sozialen Situation älterer Arbeitnehmer vertretbar ist.

Im Jahr 2007 hat der Gesetzgeber mit dem RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz beschlossen, ab 2012 das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben. Die Anhebung gilt nicht nur für die Altersrente, sondern grundsätzlich auch für alle anderen Rentenarten. Sie erfolgt vom Jahr 2012 an jährlich um einen Monat und ab dem Jahr 2024 in zweimonatlich, so dass die „Rentenaltersgrenze 67“ im Jahr 2029 voll wirksam wird. Betroffen sind somit diejenigen, die ab dem Jahr 2012 in die Rente gehen. Eine Ausnahme gilt für Beschäftigte, die 45 Arbeitsjahre aufweisen können. Sie können auch nach 2012 mit 65 ohne Abschläge in Rente gehen.



Die Regierung muss aufgrund der Bestandsprüfungsklausel in diesem Herbst die Rente mit 67 überprüfen. Dafür muss sie kontrollieren, wie viele ältere Menschen überhaupt arbeiten, ob die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt die Rente mit 67 zulässt und ob sie vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und sozialen Situation älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertretbar erscheint. Diese Überprüfung muss alle vier Jahre erfolgen. In der Begründung zum Gesetzesentwurf heißt es, dass die Anhebung der Regelaltersgrenze eine nachhaltige Verbesserung der Beschäftigungssituation älterer Beschäftigter voraussetzt.

Hauptargument der Befürworter der Rente mit 67 ist die demographische Entwicklung in Deutschland: Künftig müssten immer weniger jüngere Berufstätige immer mehr, immer älter werdende Rentner finanzieren. Das führe zu sinkenden Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Ausgaben.

Ein Blick auf die Beschäftigungssituation derer, die kurz vor der heutigen Regelaltersgrenze von 65 Jahren stehen, zeigt: Kaum einer von den 64-Jährigen ist noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In 2008 lag ihr Anteil bei 9,9 Prozent. Noch seltener sind Menschen dieser Altersgruppe in einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle. Zudem gelten auch Beschäftigte in Altersteilzeit als sozialversicherungspflichtig beschäftigt, auch wenn sie bereits in der Ruhephase sind. Würde man ihren Anteil herausrechnen, fiele die Kurve der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten noch stärker ab.

Beschäftigungspolitisch ist die Rente mit 67 fatal. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hat bereits im Jahr 2006 ausgerechnet, dass je nach Reaktionsweise der Betroffenen, zwischen ein, zwei und über drei Millionen Jobs geschaffen werden müssten, um ihre negative Beschäftigungswirkung auszugleichen.

In gesundheitspolitischer Hinsicht geht sie in eine völlig falsche Richtung: Bereits heute glaubt nur jeder Zweite, dass er bis zum Rentenalter arbeiten kann.

Auch unter sozialpolitischen Gesichtspunkten fällt sie durch: Wer im Jahr 2029 oder später zu gleichen Bedingungen wie heute in den Ruhestand geht, muss zumeist zusätzliche versicherungstechnische Abschläge hinnehmen. Dies sind im Regelfall 7,2 Prozent. Da das Rentenniveau insgesamt drastisch gesenkt wird, heißt dies für viele Menschen einfach nur noch Altersarmut. Düsterer sieht die Perspektive künftiger Rentengenerationen aus: Nach Studien des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) arbeitet ein immer größerer Teil der Menschen im Niedriglohnsektor. Bereits 2007 – also noch vor der Krise – waren es über sechseinhalb Millionen Menschen. Ihr durchschnittlicher Stundenlohn betrug in Westdeutschland 6,88 Euro und in Ostdeutschland lediglich 5,60 Euro – Tendenz hier wie dort eher fallend. Angesichts solch geringer Einkommen droht auch ohne Rente mit 67 Altersarmut.

In wirtschaftspolitischer Hinsicht ist sie völlig kontraproduktiv. Rente mit 67 und die übrigen Kürzungen der Renten zwingen immer mehr Menschen, zusätzliche kapitalgedeckte Vorsorge zu betreiben. Da eine solche Politik nicht nur in Deutschland stattfindet, vagabundieren Billionen Euro auf den internationalen Kapitalmärkten und verlangen nach einer entsprechenden Rendite. Wenn diese Rendite nicht mehr bedient werden kann, wird Kapital in großem Umfang vernichtet. Fazit: Zur Finanzmarktkrise hat die Teilprivatisierung der Alterssicherung – und nichts anderes sind Rente mit 67 und Kürzung des Rentenniveaus – einen wesentlichen Beitrag geleistet.


Sinkendes Rentenniveau in Deutschland

Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Wer sich mit dem Thema „Übergangsgeschehen zwischen der Erwerbs- und der Ruhestandsphase“  = ZWAR beschäftigen möchte, dem empfehle ich den Altersübergangsreport

Und noch ein aktueller Vergleich / Datenstand Frühjahr 2010: Demographie und Wertewandel: „Entwicklung der gesellschaftlichen Haltung zu Arbeit und Ruhestand im vorgerückten Alter“

(un)Ruhestand

Unser Slogan heißt ja eigentlich „zwischen Arbeit und Ruhestand“. Viele ältere Bürger können sich mit dem Ruhestand nicht abfinden und machen daraus einen Unruhestand.

2008 erschien im Online-Portal der WAZ „Der Westen“ der Artikel
Menschen im Unruhestand: Arbeit ohne Ende