Soziales Engagement 2011

Auszug aus der ZWAR Statistikabfrage 2011(Auszug aus der ZWAR Statistikabfrage 2011)

Aus Platzgründen mußten wir uns leider etwas einschränken, obwohl uns zu diesem Thema noch mehr einfiel.

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Ehrenamtlerin Vera (Gelber Engel)

Es gibt sie schon über 25 Jahre, die Gelben Damen im St. Josef-Krankenhaus, manchem Wuppertaler wahrscheinlich besser als „Kapellchen“ bekannt. Das Krankenhaus behandelt Rheuma, führt Gelenkoperationen durch und hat auch eine Etage für die Kurzzeitpflege. Eine der Gelben Damen ist Vera Jaschek, die hier ehrenamtlich „Stunden für Wuppertal“ leistet.

Morgens um 8.00 Uhr beginnt ihr Dienst. Für das Wartezimmer der Ambulanz belädt sie den Kaffeewagen mit Getränken und Keksen, und dann klingelt wahrscheinlich auch schon ihr Telefon. Dies ist sozusagen ein Diensthandy, mit dem Vera für die hauptberuflichen Mitarbeiter erreichbar ist. Sie wird gerufen, wenn ein Patient eingeliefert oder entlassen wird. Ist das Gepäck zu schwer, organisiert sie einen kleinen Transportwagen. Müssen Patienten zum Röntgen gebracht werden, begleitet Vera sie, besonders, wenn es sich um ältere Menschen handelt oder Ausländer, die nicht gut deutsch sprechen oder verstehen.

Hat ein neu eingelieferter Patient Kamm oder Zahnbürste vergessen, kauft Vera das Vergessene ein, und bei Langeweile ist sie auch gern bereit, eine Zeitung zu besorgen.

Aber auch als Ansprechpartner für die vielen Fragen, die sich bei der Behandlung auftun ist Vera zuständig. Egal ob es um eine Kur geht oder um Reha – Maßnahmen, Vera ist Vermittler. Sie spricht mit den Schwestern und erklärt den Patienten, was geplant ist.

Auch einer Patientin, die akut eingeliefert wurde und sich nun um ihre zu Hause zurückgebliebene Katze sorgte, wurde geholfen: Vera erkundigte sich nach Dienstschluss bei Nachbarn und konnte der Patientin berichten, dass der vierbeinige Liebling dort gut versorgt wurde.

Leicht zu erkennen sind Vera und ihre Kolleginnen an der Uniform der Gelben Damen: Gelber Kittel mit einem Namensschild.

Und dass die Patienten meist nicht von Gelben Damen, sondern von ihren Gelben Engeln sprechen, versteht sich wohl von selbst.

Autorin: Irmgard Hahne

Ehrenamtler Hans-Jürgen Beck

„(M)eine Stunde für Wuppertal“ bat mich bei meinem Vorstellungsbesuch für ZWAR Uellendahl einmal Stunden zu melden, die unsere Basisgruppenmitglieder für Wuppertal leisten. Ich will hier gerne ein Beispiel, stellvertretend für die vielen Menschen in Wuppertal aufzeigen, die stetig, unerkannt und „heimlich“ ihren ehrenamtlichen Beitrag zum Allgemeinwohl bringen.

Oft werden wir gefragt: „ZWAR, was ist das, was macht ihr?“ Dann antworte ich meistens: „Wir sind Menschen ab 50, sind kein Verein, haben keine Mitgliedsbeiträge und folglich auch kein Geld für irgendwas. Aber bei uns macht jeder was er will und was er kann!“

Das trifft zwar den Kern der Sache, aber auch bei ZWAR Uellendahl gibt es Regeln und bestimmte Abläufe die man in Kurzform so beschreiben kann:

Wir engagieren uns ehrenamtlich und unsere Mitglieder unterstützen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Unterschiedliche Engagementformen finden sich zum Beispiel in der Erarbeitung neuer Wohnformen, im Einsatz für den eigenen Ortsteil bzw. die eigene Stadt, politisch in Bürgergemeinschaften und Gremien, sozial in der Unterstützung von Schulen und SchülerInnen, im Computer- und Internetbereich, mit der Durchführung von Kursen für Seniorinnen und Senioren.

Das Engagement in den ZWAR-Netzwerken stellt keine Mitgliedschaft dar und kennt keine Mitgliedsbeiträge.

Wir treffen uns an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat ab 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr im Gemeindesaal der Philippuskirche in der Kohlstrasse 150 in 42109 Wuppertal. Anschließend geht es zum Stammtisch um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Bei unseren Basisgruppentreffs werden auch Aktivitäten besprochen, die wir zukünftig gemeinsam angehen wollen. Hierzu gehören Besuche von kulturellen Veranstaltungen, wie Schauspiel und Theater, genauso wie Tagesausflüge mit Bus und PKW zu besonderen Veranstaltungen, Städtetouren oder Ausstellungen.

Wer an unserem Basisgruppentreffen, oder den Gruppenveranstaltungen wie: Spielabend, Wandern, gemeinsames Frühstück, Stammtisch, Kurzreisen, Computerkurs und weiteren punktuell geplanten Veranstaltungen teilnehmen möchte, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen.

Auch ehrenamtliche Mitarbeit in den verschiedensten Bereichen ist möglich.

Hier möchte ich ein Beispiel herausgreifen. Hans-Jürgen Beck, ein regelmäßiger Teilnehmer unserer ZWAR Basisgruppentreffen leistet hier außergewöhnliches. Hans-Jürgen leistet wöchentlich 15 Stunden für Wuppertal. Und dies schon seit längerer Zeit. Was da im Jahr zusammenkommt übersteigt locker 750 Stunden. Hier sind die Hin- und Rückfahrtzeiten noch nicht mitgerechnet.

Hans-Jürgen BeckMontagabend und Mittwochnachmittag geht es 6 Stunden zur Bahnhofsmission im Hauptbahnhof. Es gibt Kaffee, Spiele wie Rommé Cup, Mau Mau und Schach. Hierhin kommen Menschen mit Harz IV, und andere, denen es finanziell sehr schlecht geht. Auf den Bahnsteigen wird Reisenden beim  Ein- und Ausstieg, sowie Müttern mit Kinderwagen geholfen, damit die Treppen gemeistert werden. Auch bei den Fahrkartenautomaten ist Hans-Jürgen Beck sehr oft zu finden, da viele mit dem Automaten nicht klarkommen.

Dienstagnachmittag geht es für 3 Stunden in die Begegnungsstätte Wichlinghausen zum Spieletreff. Die älteren Damen und Herren ab 68 Jahre aufwärts verbringen die Zeit mit Mensch ärgere Dich nicht, Elfer raus, Rommé usw. Zwischendurch gibt es Kaffee und alkoholfreie Getränke. Da es wie überall zu wenig Betreuer gibt, hilft er so gut es geht. Bei internen Feiern ist er auch zur Stelle.

Mittwochvormittag ist das Lutherstift in der Nordstadt angesagt. 3 Stunden Gymnastik. Die älteren Herrschaften, überwiegend mit Rollstuhl und Rollator, werden abgeholt und in den Gymnastikraum begleitet. Er hilft hier bei der Gymnastik und bringt die Patienten anschließend wieder auf ihre Stationen.

Freitagmittag trifft man Hans-Jürgen Beck für 3 Stunden im Cafe Komma in Wuppertal Barmen. Hier hilft er beim Servieren, er nimmt Bestellungen auf und wenn es sein muss wird anschließend auch kassiert. Im Cafe Komma gibt es immer sehr günstiges Mittagessen (3,50 € oder verschiedene Suppen für 1 €). Träger ist hier die evangelische Kirchengemeinde.

Für die Hausaufgabenbetreuung in der Grundschule Hainstrasse, die  H.J. Beck bis vor kurzem noch durchführte, hat er momentan keine Zeit und hat dies erst einmal bis nach den Herbstferien zurückgestellt.

Diese Beispiele zeigen auf, dass es viele Möglichkeiten gibt ehrenamtlich in und für Wuppertal, denen Hilfestellung zu geben die Unterstützung brauchen.

ZWARlerInnen beschreiben das, was in ihren Gruppen geschieht, oft wie folgt:

  • die Möglichkeit, im Leben lange zurückgestellte Wünsche und Vorhaben („Projekte“) gemeinsam mit Anderen zu realisieren
  • die Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung und Hilfeleistung im Alltag, vor allem dann, wenn das Älterwerden mit Einschränkungen verbunden ist
  • gemeinsam statt einsam
  • neue Bekanntschaften und Freundschaften
  • vielfältige Möglichkeiten der gemeinsamen Freizeitgestaltung und die Chance, gesund älter zu werden

ZWAR Uellendahl feiert im November dieses Jahres einjähriges Bestehen und blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, in dem sich die Gruppe gut entwickelte, viele Initiativen anstieß und auf dem Weg zu einem erfolgreichen ZWAR-Netzwerk die ersten Kooperationen mit hilfreichen Partnern begann.

Unsere Gruppentreffen werden zeitweise von ZWAR´lern moderiert. Hier hat auch Hans-Jürgen Beck schon einmal, zusammen mit Gabi Günther ein hervorragendes Moderatorenteam abgegeben.

Service Ehrenamt

Seit über vier Jahren gibt es sie schon, die Servicestelle Ehrenamt im Rathaus Barmen. Im August 2006 hatte Oberbürgermeister Peter Jung die Kontakt- und Beratungsstelle für bürgerschaftliches Engagement in seinem Geschäftsbereich angesiedelt.

Geschaffen wurde sie aufgrund einer Initiative von Markus von Blomberg, dem heutigen Geschäftsführer von „(M)eine Stunde für Wuppertal“. Seine Idee: „Wenn jeder Bürger sich auch nur eine Stunde Zeit nähme, um etwas für die Stadt zu tun, wäre dies ein riesiges Potential“. „(M)eine Stunde für Wuppertal ist ein Synonym für ehrenamtliches Engagement.

Die Initiative steht nicht im Wettbewerb zu bereits bestehenden Initiativen und Organisationen, sondern arbeitet diesen zu“, sagt der neue Geschäftsführer. Er bezeichnet die Initiative als „Dach“ über anderen gemeinnützigen Organisationen in der Stadt. Konkret bedeutet das: Wer sich an die Initiative wendet, um sich ehrenamtlich zu engagieren, der wird – je nach Neigung und Fähigkeit – an die entsprechende Organisation weitergeleitet. Umgekehrt: Wer Hilfe von Ehrenamtlichen benötigt, der kann seine Adresse und die Art der benötigten Hilfe melden. So führt die Initiative Spender und Empfänger zusammen. „Matching“ nennt das von Blomberg, der die Initiative als „Möglichmacher und Ideengeber“ sieht.

Damit dies gelingt, ist die aktive Hilfe von Angelika Leipnitz nötig. Sie arbeitet bei der Stadt in der Kontakt- und Beratungsstelle für Bürger-Engagement. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Beim „Service Ehrenamt“ im Rathaus findet jede/r das passende Ehrenamt. Es können sich aber auch Vereine, Organisationen und Initiativen bei Angelika Leipnitz melden, die Ehrenamtliche suchen. Die zentrale und trägerunabhängige Anlaufstelle für alle Themen rund ums Ehrenamt und Bürgerengagement berät, vermittelt und vernetzt Interessierte aller Altersgruppen. Ob ein Fußballverein eine Hausaufgabenhilfe aufbauen möchte oder ein ehemaliger Manager im Ruhestand eine neue Herausforderung sucht, beim „Service Ehrenamt“ findet jede/r Unterstützung.

Eine Datenbank, mit rund 200 ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern, wird regelmäßig aktualisiert und erweitert. Die Vermittlung in diese Aufgaben erfolgt nach einem persönlichen Gespräch. So können Interessierte zum Beispiel im Garten einer Alteneinrichtung arbeiten, für den SGV Wanderwege zeichnen oder Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben oder der Ausbildungsplatzsuche helfen. Auch Handwerker oder Literaturbegeisterte können eine passende Beschäftigung finden.

Zwei eigene Projekte ergänzen die Angebotspalette. Im „Patenprojekt Ausbildung“ helfen 40 Ehrenamtliche jungen Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und im EFI-Projekt -„Erfahrungswissen für Initiativen“ werden von 2010 bis 2012 ehrenamtliche Senior-Projektmanager/innen ausgebildet, die eigene Projektideen entwickeln und umsetzen werden.

Auch ZWAR-Aktionen werden von der Servicestelle Ehrenamt begleitet. ZWAR–Uellendahl steht hier in engem Kontakt und schätzt die schnelle und kompetente Zuarbeit von Angelika Leipnitz.

Erste Kontakte zu den Akteuren von (M)eine Stunde für Wuppertal wurden auch geknüpft. So gilt es, ehrenamtliche Stunden, die von ZWAR-Uellendahl geleistet werden, öffentlich zu machen, um den Stundenzähler auf der Website von MSFW ein wenig nach oben zu treiben.

Aktive Menschen, die ehrenamtlich etwas bewegen wollen, melden sich bitte hier:

Stadtverwaltung Wuppertal – Service Ehrenamt