Schwere Mängel bei Ein-Euro-Jobs?

Mängel im Hartz-IV-System: Ein Staatlich geförderter 1 Euro Job hilft Hartz-IV-Empfängern kaum, gefährdet aber unbefristet Beschäftigte – weil die Jobcenter nicht ausreichend prüfen, heißt es in der Untersuchung, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt.

Der Bundesrechnungshof hat in einem internen Bericht eklatante Mängel im Hartz-IV-System angeprangert. Darin üben die Kontrolleure scharfe Kritik an den Jobcentern und ihrer Vergabe von Ein-Euro-Jobs. Geförderte Arbeitsgelegenheiten seien meistens nicht geeignet, die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Ein-Euro-Jobs sollen auf keinen Fall dazu beitragen, dass unbefristet beschäftigte Arbeitnehmer ihre Stelle verlieren.

Da aber die Jobcenter meist wahllos Arbeitsgelegenheiten zuwiesen, ohne weiter zu beraten und individuelle Ziele für die Teilnahme festzulegen, könnten Kommunen, Wohlfahrtsverbände oder Unternehmen aus der Weiterbildungsbranche „ungeförderte Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt durch öffentlich geförderte Beschäftigung ersetzen und so ihre Personalkosten reduzieren“, heißt es in dem Bericht des Bundesrechnungshofs (BRH).

Der Ein-Euro-Job ist derzeit das am häufigsten eingesetzte Mittel, Menschen, die auf die Grundsicherung (Hartz IV) angewiesen sind, wieder in Arbeit zu bringen. Langzeitarbeitslose erhalten gegen eine Entschädigung von durchschnittlich 1,50 Euro die Stunde eine befristete Arbeit vermittelt, die „im öffentlichen Interesse“ sein soll.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2009 im Schnitt 320.000 Menschen in geförderten Arbeitsgelegenheiten beschäftigt. In 280.000 Fällen handelt es sich um Ein-Euro-Jobs. Die Kosten dafür bezifferte die Bundesagentur für Arbeit auf 1,7 Milliarden Euro.